Atmosphäre · ARGUMENTATIONSKARTE 478

„Das Ozonloch lässt mehr Sonne herein und ist deshalb die Hauptursache der Erderwärmung“

FalschGeprüft am 8.10.2026

Ozonabbau und globale Erwärmung sind verschiedene, miteinander verbundene Probleme. Das Ozonloch betrifft vor allem den Schutz vor UV-Strahlung. Seine zusätzliche UV-Durchlässigkeit erklärt den globalen Erwärmungstrend nicht; einige ozonabbauende Stoffe wirken allerdings selbst als Treibhausgase.

01Das kannst du sagen

DEINE WORTE. DEIN STIL.

Das Ozonloch schwächt den UV-Schutz. Es ist aber nicht die Hauptursache der globalen Erwärmung. Dabei geht es vor allem um die veränderte Abgabe von Wärmestrahlung durch Treibhausgase.

02Wie die Aussage funktioniert

Tippe auf die markierten Formulierungen. Ein sprachliches Muster allein sagt noch nichts über die Absicht einer Person.

Das Ozonloch und ist deshalb die der Erderwärmung.
GENAU HINSEHEN

Wähle eine markierte Formulierung, um ihre Wirkung zu verstehen.

03Was sagen die Fakten?

01

Zwei unterschiedliche Strahlungsfragen

Die Ozonschicht absorbiert einen wichtigen Teil der schädlichen UV-Strahlung. Ihr Abbau kann die UV-Belastung verändern. Der verstärkte Treibhauseffekt betrifft dagegen wesentlich die Aufnahme und Abgabe langwelliger Wärmestrahlung. Diese beiden Vorgänge lassen sich nicht einfach durch dasselbe Bild eines offenen Lochs erklären.

Belege [1]
02

Keine Hauptursache der Erwärmung

Der wissenschaftliche Ozonbericht von NOAA und WMO beantwortet die Frage nach Ozonabbau als Hauptursache des Klimawandels mit Nein. Stratosphärischer Ozonverlust hat im globalen Mittel eher einen kleinen kühlenden Strahlungseffekt. Daneben gibt es regionale Wechselwirkungen mit der Zirkulation; das ist keine vollständige Wirkungslosigkeit des Ozonproblems.

Belege [2]
03

Verbindungen dennoch ernst nehmen

Viele ozonabbauende Stoffe sind zugleich Treibhausgase. Klimaschutz und Ozonschutz hängen deshalb zusammen, ohne dass die Schäden identisch wären. Auch bodennahes Ozon spielt eine andere Rolle als Ozon hoch in der Stratosphäre. Wer eine Wirkung beurteilt, sollte Stoff, Höhe und Strahlungsmechanismus jeweils benennen.

Belege [2]

30-SEKUNDEN-WISSEN

Das bleibt hängen.

  • UV-Schutz und Aufnahme von Wärmestrahlung sind unterschiedliche Mechanismen.
  • Das Ozonloch ist nicht die Hauptursache des globalen Erwärmungstrends.
  • Ozonabbauende Stoffe können zusätzlich selbst starke Treibhausgase sein.

04„Ja, aber …“

Wenn das Gespräch hier weitergeht.

„Aber damals wurde vor dem Ozonloch genauso gewarnt.“+

Es bestand und besteht ein reales eigenes Problem. Maßnahmen gegen ozonabbauende Stoffe ändern die Chemie. Die Tatsache, dass zwei Umweltprobleme ernst sind, macht ihre Ursachen nicht identisch.

„Also hatte das FCKW-Verbot mit Klima nichts zu tun.“+

Doch, das Begrenzen starker Treibhausgase kann auch dem Klima nutzen. Dieser Nutzen stammt aber nicht daraus, ein vermeintliches Sonnenloch zu stopfen, sondern aus den unterschiedlichen Wirkungen der Stoffe.

Gespräch trainieren

05Prüf es selbst.

Die Bewertung gilt für diese konkrete Formulierung. Sie ersetzt keine Beurteilung ähnlicher Aussagen oder einzelner Personen.

  1. 01
    NASA

    Is the ozone hole causing climate change?

    Ozonloch erklärt nicht die aktuelle globale Oberflächenerwärmung.

    Veröffentlicht: Ohne ausgewiesenes Datum · Abgerufen: 8.10.2026
  2. 02
    NOAA / WMO

    Scientific Assessment of Ozone Depletion 2022: Twenty Questions and Answers About the Ozone Layer

    Q17: Unterschied von stratosphärischem Ozonabbau und Treibhausgaswirkung; Methanlebensdauer.

    Veröffentlicht: Fachbericht 2022 · Abgerufen: 8.10.2026
Warum diese Aussage? Verbreitung & Kontext +

Redaktionell formulierte Zuspitzung einer anhand der verlinkten Fachquellen prüfbaren Behauptung. Es wird damit weder ein bestimmter Social-Media-Beitrag noch eine gemessene aktuelle Verbreitung behauptet.

Die Belege dokumentieren konkrete Beispiele. Sie sind keine repräsentative Messung der heutigen Verbreitung. Die sachliche Bewertung steht mit ihren Belegen oben.

Quellen werden erst beim Anklicken extern geöffnet. Veröffentlichungen können sich ändern. Redaktioneller Prüfstand: 8.10.2026.