„Die Sonne verursacht die aktuelle Erderwärmung, nicht unsere Treibhausgase“
Die Sonne liefert die Energie für das Klimasystem und kann Klimaänderungen beeinflussen. Ihr gemessener jüngerer Verlauf erklärt aber nicht die heutige globale Erwärmung. Auch die unterschiedliche Entwicklung in unteren und höheren Atmosphärenschichten passt nicht zu der Behauptung einer bloß stärker werdenden Sonne.
01Das kannst du sagen
DEINE WORTE. DEIN STIL.Ohne Sonne gäbe es unser Klima nicht. Aber ihre Energiezufuhr zeigt nicht den langfristigen Anstieg, der die jüngere Erwärmung erklären würde. Entscheidend ist die Veränderung, nicht die grundsätzliche Bedeutung der Sonne.
BELEGTES BEISPIELBeatrix von Storch15.8.2017 · Kontext ansehen
Stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende und Mitglied des Europäischen Parlaments
Interview Jung & Naiv, Folge 325, aufgenommen am 15.08.2017 und veröffentlicht am 07.09.2017. Von Storch verlangte einen Nachweis gegen die Sonne als Erklärung des aktuellen Klimawandels.
Zitatausschnitt
„mit der Sonnenenergie und der Sonnenintensität“
Worum es geht: Es sei nicht belegt, dass der aktuelle Klimawandel mit menschlichen Emissionen statt mit stärkerer Sonneneinstrahlung zusammenhängt.
Einordnung des Beispiels · Irreführend: Die Sonne prägt das Klima, erklärt aber den Erwärmungstrend der letzten Jahrzehnte nicht. Die gemessene einfallende Sonnenenergie zeigt keinen passenden langfristigen Anstieg. Erwärmung bodennaher Luft bei gleichzeitiger Abkühlung der Stratosphäre passt zu zusätzlichen Treibhausgasen und nicht zu einer heißer werdenden Sonne.
Von Storch formulierte eine Beweisforderung. Die Frage nach dem Einfluss der Sonne ist berechtigt und wissenschaftlich untersucht. Irreführend ist der Eindruck, der Zusammenhang zwischen menschlichen Emissionen und der heutigen Erwärmung sei deshalb ungeklärt.
- Quelle zur Aussage ↗Jung & Naiv · 7.9.2017 · Über diese Quelle dokumentiert; Original nicht unabhängig abgerufen.
- Faktencheck zum Beispiel ↗ARD-faktenfinder · 14.6.2019
- Is the Sun causing global warming? ↗NASA · Satellitenmessungen der Sonneneinstrahlung seit 1978 und unterschiedliche Temperaturentwicklung der Atmosphärenschichten.
- Jung & Naiv, Folge 325: Episodenbeschreibung ↗Jung & Naiv, gespiegelt bei podcast.de · 7.9.2017 · Aufnahme am 15.08.2017, damalige Funktion von Storchs und Zuordnung des vollständigen Interviews.
Beispiel geprüft am 9.10.2026. Die Bewertung bezieht sich auf die überprüfbare Aussage.
02Wie die Aussage funktioniert
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03Was sagen die Fakten?
Der zeitliche Verlauf entscheidet
Sonnenaktivität verändert sich, unter anderem in wiederkehrenden Zyklen. Daraus folgt jedoch kein automatisch anhaltender globaler Temperaturanstieg. Die NASA erläutert, dass Satellitenmessungen seit Ende der 1970er Jahre keinen entsprechenden langfristigen Anstieg der zur Erde gelangenden Sonnenenergie zeigen, während sich die Erde weiter erwärmte. Ein passendes Erklärungsmodell muss beide Reihen berücksichtigen. Ein kurzer ausgewählter Zeitraum, in dem Kurven ähnlich aussehen, reicht nicht aus, um den längerfristigen Trend zu erklären.
Unterschiedliche Schichten reagieren anders
Eine stärkere Sonne und ein verstärkter Treibhauseffekt hinterlassen nicht in jeder Atmosphärenschicht dieselbe Temperaturreaktion. Die NASA beschreibt die Erwärmung näher an der Erdoberfläche bei gleichzeitiger Abkühlung der Stratosphäre als wichtigen Hinweis gegen eine einfache Erklärung durch mehr Sonnenenergie. Solche zusätzlichen Beobachtungen sind nützlich, weil mehrere Ursachen in einer einzelnen globalen Temperaturkurve ähnlich aussehen könnten. Die Ursachenanalyse stützt sich deshalb nicht nur auf eine Zahl, sondern auf verschiedene erwartete räumliche und zeitliche Muster.
Natürliche Faktoren werden mitgerechnet
Der IPCC vergleicht für die historische Entwicklung natürliche Einflüsse mit der Kombination aus natürlichen und menschlichen Einflüssen. Diese Prüfung behandelt die Sonne nicht als bedeutungslos. Sie fragt, ob ihre Änderungen und andere natürliche Faktoren ausreichen, um die Messungen zu erklären. Das ist für die jüngere Erwärmung nicht der Fall. Der Hinweis auf die Sonne ist deshalb eine untersuchbare Hypothese, aber keine gleichwertig bestätigte Alternative zum menschlichen Treibhausgaseinfluss auf den beobachteten langfristigen Anstieg.
30-SEKUNDEN-WISSEN
Das bleibt hängen.
- Die Sonne ist unverzichtbare Energiequelle, aber damit nicht automatisch Ursache jeder beobachteten Klimaveränderung.
- Der langfristige jüngere Verlauf der Sonnenenergie erklärt den beobachteten globalen Temperaturanstieg nicht.
- Die Ursachenanalyse prüft natürliche und menschliche Einflüsse anhand mehrerer zeitlicher und räumlicher Beobachtungen.
04„Ja, aber …“
Wenn das Gespräch hier weitergeht.
„Ohne Sonne wäre die Erde doch eiskalt.“+
Das ist richtig, beantwortet aber eine andere Frage. Die heutige Erwärmung betrifft eine Veränderung des Wärmehaushalts. Dafür kann sowohl veränderte Energiezufuhr als auch veränderte Wärmeabgabe relevant sein; welche Erklärung passt, zeigen die Daten.
„Es gibt doch Sonnenzyklen.“+
Ja, und sie werden untersucht. Ein wiederkehrender Zyklus ist aber nicht automatisch ein langfristiger Anstieg. Wir müssen prüfen, ob Zeitraum, Richtung und Größe der Veränderung tatsächlich zur beobachteten Erwärmung passen.
05Prüf es selbst.
Die Bewertung gilt für diese konkrete Formulierung. Sie ersetzt keine Beurteilung ähnlicher Aussagen oder einzelner Personen.
- 01NASA
Is the Sun causing global warming?
Vergleich von Solarstrahlung, Temperaturtrend und atmosphärischen Temperaturmustern.
Veröffentlicht: Ohne eindeutig ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum · Abgerufen: 8.10.2026 - 02IPCC, AR6 Working Group I
FAQ 3.1, Figure 1
Natürliche und menschliche Beiträge zum beobachteten Temperaturverlauf.
Veröffentlicht: 2021 · Abgerufen: 8.10.2026
Warum diese Aussage? Verbreitung & Kontext +
AFP dokumentierte im Juni 2022 auf Facebook verbreitete Beiträge, die Sonnenzyklen als Hauptursache der Erwärmung darstellten. Das dient hier als historischer Nachweis des Motivs, nicht als Aussage über aktuelle Reichweite.
- Der Klimawandel wird hauptsächlich durch Treibhausgase verursacht, nicht durch Sonnenzyklen AFP · 22.6.2022
Die Belege dokumentieren konkrete Beispiele. Sie sind keine repräsentative Messung der heutigen Verbreitung. Die sachliche Bewertung steht mit ihren Belegen oben.
Quellen werden erst beim Anklicken extern geöffnet. Veröffentlichungen können sich ändern. Redaktioneller Prüfstand: 8.10.2026.