Klimaphysik · ARGUMENTATIONSKARTE 472

„Die CO₂-Absorption ist längst gesättigt; zusätzliches CO₂ kann die Erde nicht weiter erwärmen“

FalschGeprüft am 8.10.2026

Starke Absorption in einzelnen Spektralbereichen bedeutet nicht, dass die gesamte Atmosphäre für zusätzliches CO₂ wirkungslos wäre. Weitere Konzentrationszunahmen verändern die Strahlungsbilanz. Entscheidend sind auch Randbereiche der Absorptionsbanden und die Höhe, aus der Wärme ins All entweicht.

01Das kannst du sagen

DEINE WORTE. DEIN STIL.

Ein Teil des Spektrums absorbiert bereits stark. Daraus folgt keine vollständige Sättigung des Klimaeffekts: Zusätzliche CO₂-Moleküle verändern weiter, wie Wärme durch die Atmosphäre entweicht.

02Wie die Aussage funktioniert

Tippe auf die markierten Formulierungen. Ein sprachliches Muster allein sagt noch nichts über die Absicht einer Person.

Die CO₂-; zusätzliches CO₂ kann die Erde .
GENAU HINSEHEN

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03Was sagen die Fakten?

01

Nicht nur ein Gasrohr

Ein Laborversuch mit einer bestimmten Gasmenge prüft eine definierte Strecke und Wellenlänge. Für das Klima zählt dagegen der Energieaustausch des gesamten Planeten. Die Atmosphäre besitzt unterschiedlich dichte und unterschiedlich warme Schichten. Eine gesättigte Absorption nahe dem Boden beantwortet deshalb nicht allein, wie viel Energie an ihrer Obergrenze entweicht.

Belege [1] [3]
02

Zusätzlicher Strahlungseffekt

Feldman und Kollegen untersuchten Messungen an zwei Standorten zwischen 2000 und 2010. Sie fanden einen zunehmenden CO₂-spezifischen Beitrag zur nach unten gerichteten Wärmestrahlung, passend zum Konzentrationsanstieg. Das ist keine unmittelbare globale Temperaturmessung, aber ein Beobachtungsbeleg gegen die behauptete vollständige Wirkungslosigkeit zusätzlichen CO₂.

Belege [2]
03

Weniger Zusatzwirkung ist nicht null

Die Strahlungswirkung wächst im relevanten Bereich näherungsweise logarithmisch mit der CO₂-Konzentration. Gleich große zusätzliche Mengen wirken deshalb nicht jedes Mal gleich stark. Das ist in der Physik berücksichtigt und kein übersehener Gegenbeweis. Eine einzelne starke Absorptionslinie darf nicht stellvertretend für das gesamte Spektrum genommen werden.

Belege [1] [3]

30-SEKUNDEN-WISSEN

Das bleibt hängen.

  • Stark absorbierende Bandzentren sind nicht die gesamte Atmosphäre.
  • Strahlungswirkung hängt auch von Höhe, Temperatur und Wellenlänge ab.
  • Abnehmender Zusatznutzen pro Molekül bedeutet keine vollständige Wirkungslosigkeit.

04„Ja, aber …“

Wenn das Gespräch hier weitergeht.

„Das wurde doch schon vor hundert Jahren im Labor bewiesen.“+

Frühe Versuche erfassten die Atmosphäre nur sehr vereinfacht und mit begrenzter spektraler Auflösung. Entscheidend ist, ob der Versuchsaufbau die heute behauptete globale Nullwirkung überhaupt testen konnte.

„Dann kann man den Effekt gar nicht direkt beobachten.“+

Bestimmte Strahlungseffekte werden direkt mit Spektrometern gemessen. Die Übersetzung in globale Erwärmung braucht weitere Physik. Diese Unterscheidung ist wichtig, widerlegt aber die Messungen nicht.

Gespräch trainieren

05Prüf es selbst.

Die Bewertung gilt für diese konkrete Formulierung. Sie ersetzt keine Beurteilung ähnlicher Aussagen oder einzelner Personen.

  1. 01
    RealClimate / Weart und Pierrehumbert

    A Saturated Gassy Argument

    Fachliche Herleitung: Atmosphäre in Schichten und nicht vollständig gesättigte Spektralbereiche.

    Veröffentlicht: Fachbeitrag Juni 2007 · Abgerufen: 8.10.2026
  2. 02
    Feldman et al. / Nature

    Observational determination of surface radiative forcing by CO2 from 2000 to 2010

    Gemessene Zunahme CO₂-spezifischer Gegenstrahlung an zwei Messorten; kein globaler Temperaturwert.

    Veröffentlicht: Studie 2015 · Abgerufen: 8.10.2026
  3. 03
    NASA

    Climate and Earth’s Energy Budget

    Strahlungsbilanz und unterschiedliche Absorptionsbereiche der Atmosphäre.

    Veröffentlicht: 14.1.2009 · Abgerufen: 8.10.2026
Warum diese Aussage? Verbreitung & Kontext +

Redaktionell formulierte Zuspitzung einer anhand der verlinkten Fachquellen prüfbaren Behauptung. Es wird damit weder ein bestimmter Social-Media-Beitrag noch eine gemessene aktuelle Verbreitung behauptet.

Die Belege dokumentieren konkrete Beispiele. Sie sind keine repräsentative Messung der heutigen Verbreitung. Die sachliche Bewertung steht mit ihren Belegen oben.

Quellen werden erst beim Anklicken extern geöffnet. Veröffentlichungen können sich ändern. Redaktioneller Prüfstand: 8.10.2026.