Stromversorgung · ARGUMENTATIONSKARTE 503

„Die amtlichen Stromausfallzahlen zeigen, dass die Versorgung in Deutschland durch die Energiewende jedes Jahr unzuverlässiger wird“

FalschGeprüft am 8.10.2026

Die veröffentlichte Reihe zeigt keine solche ausnahmslose jährliche Verschlechterung. Beispielsweise sank die durchschnittliche erfasste Unterbrechungsdauer von 2023 auf 2024. Die Kennzahl hat definierte Grenzen und ist keine Garantie gegen zukünftige Großstörungen; auch eine einzelne lokale Störung beweist keinen landesweiten Trend.

01Das kannst du sagen

DEINE WORTE. DEIN STIL.

Der behauptete jährliche Anstieg steht so nicht in den Daten. Für 2024 meldete die Bundesnetzagentur eine kürzere durchschnittliche Unterbrechungsdauer als 2023. Das ist keine Garantie für die Zukunft, widerlegt aber den pauschalen Verlauf.

02Wie die Aussage funktioniert

Tippe auf die markierten Formulierungen. Ein sprachliches Muster allein sagt noch nichts über die Absicht einer Person.

Die amtlichen Stromausfallzahlen zeigen, dass die Versorgung in Deutschland unzuverlässiger wird.
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03Was sagen die Fakten?

01

Ein datierter Gegenvergleich

Die Bundesnetzagentur veröffentlichte am 9. Oktober 2025 die Werte für das Datenjahr 2024. Die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit betrug 11,7 Minuten je Letztverbraucher nach 12,8 Minuten 2023. Diese datierte Beobachtung widerlegt den Satz, die erfasste Dauer werde ausnahmslos jedes Jahr länger; sie ist keine Behauptung über jedes spätere Jahr.

Belege [1]
02

Meldungen und Dauer sind verschieden

Für 2024 stieg die Zahl gemeldeter Unterbrechungen, während die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je Verbraucher sank. Störungen konnten schneller behoben werden. Wer nur die höhere Meldungszahl zeigt und daraus eine längere durchschnittliche Ausfallzeit ableitet, vermischt unterschiedliche Kennzahlen. Beide können korrekt sein und verschiedene Entwicklungen beschreiben.

Belege [1]
03

Die Grenzen der Kennzahl

Die veröffentlichte SAIDI-Berechnung berücksichtigt definierte ungeplante Unterbrechungen länger als drei Minuten und schließt unter anderem höhere Gewalt aus. Sie ist deshalb kein vollständiger Zähler aller denkbaren Stromprobleme. Für Großstörungsrisiken und zukünftige Versorgungssicherheit braucht es zusätzliche Untersuchungen; die historische Kennzahl darf nicht überdehnt werden.

Belege [2]

30-SEKUNDEN-WISSEN

Das bleibt hängen.

  • Datenjahr und Veröffentlichungsjahr unterscheiden.
  • Anzahl der Störungen und durchschnittliche Dauer sind verschiedene Kennzahlen.
  • Historische Zuverlässigkeit ist keine Garantie für jede zukünftige Situation.

04„Ja, aber …“

Wenn das Gespräch hier weitergeht.

„Bei uns fiel der Strom aber zweimal aus.“+

Das kann stimmen. Ein örtlicher Verlauf und ein bundesweiter Durchschnitt beantworten verschiedene Fragen. Für eure Ausfälle sollte man die konkreten Ursachen prüfen.

„Dann kann es also niemals einen Blackout geben.“+

Das folgt aus der Statistik nicht. Sie beschreibt bestimmte vergangene Unterbrechungen. Vorsorge und vorausschauende Netzplanung bleiben nötig, auch bei historisch guter Zuverlässigkeit.

Gespräch trainieren

05Prüf es selbst.

Die Bewertung gilt für diese konkrete Formulierung. Sie ersetzt keine Beurteilung ähnlicher Aussagen oder einzelner Personen.

  1. 01
    Bundesnetzagentur

    Versorgungsunterbrechungen Strom in 2024 gegenüber Vorjahr gesunken

    SAIDI 2024 11,7 Minuten gegenüber 12,8 Minuten 2023; definierte Grenzen des Indikators.

    Veröffentlicht: 9.10.2025 · Abgerufen: 8.10.2026
  2. 02
    Bundesnetzagentur

    Kennzahlen der Versorgungsunterbrechungen Strom

    Definition, zeitliche Reihe und erfasste beziehungsweise ausgeschlossene Unterbrechungen.

    Veröffentlicht: Ohne ausgewiesenes Datum · Abgerufen: 8.10.2026
Warum diese Aussage? Verbreitung & Kontext +

Redaktionell formulierte Zuspitzung einer anhand der verlinkten Fachquellen prüfbaren Behauptung. Es wird damit weder ein bestimmter Social-Media-Beitrag noch eine gemessene aktuelle Verbreitung behauptet.

Die Belege dokumentieren konkrete Beispiele. Sie sind keine repräsentative Messung der heutigen Verbreitung. Die sachliche Bewertung steht mit ihren Belegen oben.

Quellen werden erst beim Anklicken extern geöffnet. Veröffentlichungen können sich ändern. Redaktioneller Prüfstand: 8.10.2026.