„Selenskyj kaufte im Oktober 2023 die frühere Goebbels-Villa am Bogensee“
Der verbreitete Kaufvertrag war gefälscht. Die darin genannte angebliche Notarin war längst nicht mehr im Amt; BIM und Berliner Finanzverwaltung widersprachen dem Verkauf. Die historische Nutzung durch Goebbels und eine reale Firmenverbindung wurden mit einem erfundenen Immobiliengeschäft kombiniert.
01Das kannst du sagen
DEINE WORTE. DEIN STIL.Dieser angebliche Vertrag war gefälscht. Die benannte Notarin konnte ihn 2023 nicht beurkundet haben; BIM und Senatsverwaltung widersprachen dem Verkauf. Die düstere Vorgeschichte des Gebäudes macht einen erfundenen Kauf nicht wahr.
02Wie die Aussage funktioniert
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03Was sagen die Fakten?
Die behauptete Beurkundung
AFP befragte die auf dem Papier genannte frühere Notarin. Sie erklärte im Januar 2024, seit mehr als zehn Jahren nicht mehr als Notarin tätig zu sein und die Urkunde nicht ausgestellt zu haben. Außerdem wies sie auf abweichende Form und Unterschrift hin. Das ist mehr als ein Streit über politische Glaubwürdigkeit: Eine überprüfbare Person und eine konkrete berufliche Funktion wurden für einen angeblichen Vorgang verwendet, den sie ausdrücklich bestritt.
Eigentum und Nutzung auseinanderhalten
BIM als Berliner Immobiliengesellschaft und die zuständige Senatsverwaltung widersprachen gegenüber AFP dem behaupteten Verkauf. Eine spätere eigene BIM-Mitteilung beschreibt die unentgeltliche Überlassung der Nutzung des Bogensee-Areals an die Gemeinde Wandlitz bis Ende 2027. Das ist ein anderer Vorgang als ein Verkauf an Selenskyj. Bei Immobilienfragen sollte stets getrennt werden, wer Eigentümer ist, wer Flächen nutzen darf und ob nur über mögliche künftige Entwicklungen gesprochen wird.
Wahre Bausteine können täuschen
Dass ein Gebäude existiert, historisch belastet ist oder ein genannter Firmenname eine reale Verbindung zu einer Person hat, bestätigt noch keinen Kaufvertrag. Gerade die Mischung aus nachprüfbaren Einzelheiten und einer erfundenen Transaktion kann einen Vorwurf glaubwürdig erscheinen lassen. Die Prüfung sollte deshalb auf dem entscheidenden Bindeglied bestehen: dem konkreten Geschäft. Diese Korrektur ist weder eine Bewertung sämtlicher Finanzangelegenheiten Selenskyjs noch eine Verharmlosung der NS-Geschichte des Ortes.
30-SEKUNDEN-WISSEN
Das bleibt hängen.
- Die angeblich beurkundende Notarin war 2023 längst außer Dienst und bestritt die Urkunde.
- BIM und Berliner Finanzverwaltung widersprachen dem behaupteten Verkauf; Nutzung ist von Eigentum zu trennen.
- Echte Namen und ein reales Gebäude können einen erfundenen Vertragsinhalt glaubwürdig erscheinen lassen.
04„Ja, aber …“
Wenn das Gespräch hier weitergeht.
„Aber die Firma im Vertrag hat tatsächlich mit Selenskyj zu tun.“+
Das kann ein richtiger Einzelbefund sein und trotzdem den falschen Kauf nicht bestätigen. Ein existierender Firmenname lässt sich in ein gefälschtes Dokument einsetzen. Entscheidend ist, ob die behauptete Transaktion von den zuständigen Beteiligten und belastbaren Unterlagen bestätigt wird.
„Wer so eine Villa kaufen würde, wäre politisch entlarvt.“+
Zunächst muss der Kauf bewiesen werden; hier ist das nicht der Fall. Außerdem legt der Erwerb historisch belasteter Gebäude allein keine Gesinnung fest. Nutzung, Umgang mit der Geschichte und tatsächliche politische Aussagen müssten gesondert bewertet werden.
05Prüf es selbst.
Die Bewertung gilt für diese konkrete Formulierung. Sie ersetzt keine Beurteilung ähnlicher Aussagen oder einzelner Personen.
- 01AFP Faktencheck
Vertrag über Selenskyjs Kauf der Goebbels-Villa nahe Berlin ist gefälscht
Anfragen bei angeblicher Notarin, BIM und Senatsverwaltung widerlegen angeblichen Kauf vom Oktober 2023; aktualisierte Fassung.
Veröffentlicht: 10.1.2024 · Abgerufen: 8.10.2026 - 02BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
Gemeinde Wandlitz übernimmt Bogensee-Areal
Land Berlin überlässt Wandlitz die Nutzung bis Ende 2027; Nutzungsübertragung ist kein Verkauf an Selenskyj.
Veröffentlicht: Ohne ausgewiesenes Datum · Abgerufen: 8.10.2026
Warum diese Aussage? Verbreitung & Kontext +
AFP dokumentierte Beiträge auf Facebook, X und Telegram Ende Dezember 2023 mit Außenaufnahmen und angeblichem Kaufvertrag. Untersucht wurde diese konkrete historische Geschichte, nicht eine heutige Immobilienbehauptung.
- Vertrag über Selenskyjs Kauf der Goebbels-Villa nahe Berlin ist gefälscht AFP Faktencheck · 10.1.2024
Die Belege dokumentieren konkrete Beispiele. Sie sind keine repräsentative Messung der heutigen Verbreitung. Die sachliche Bewertung steht mit ihren Belegen oben.
Quellen werden erst beim Anklicken extern geöffnet. Veröffentlichungen können sich ändern. Redaktioneller Prüfstand: 8.10.2026.