Bevölkerungsdaten · ARGUMENTATIONSKARTE 328

„Die Ausländerquote zeigt direkt, wie viele Muslime in Deutschland leben“

FalschGeprüft am 8.10.2026

Staatsangehörigkeit und Religion sind unterschiedliche Merkmale. Menschen mit ausländischem Pass gehören verschiedenen Religionen oder keiner Religion an; Muslime können Deutsche sein. Die BAMF-Studie zum muslimischen Leben nutzt deshalb eine eigene Erhebung und Hochrechnung, nicht einfach die amtliche Ausländerquote.

01Das kannst du sagen

DEINE WORTE. DEIN STIL.

Ausländerquote und Muslimanteil sind nicht dasselbe. Ein Pass verrät keine Religion, und muslimische Menschen können deutsche Staatsangehörige sein.

02Wie die Aussage funktioniert

Tippe auf die markierten Formulierungen. Ein sprachliches Muster allein sagt noch nichts über die Absicht einer Person.

Die Ausländerquote , wie viele in Deutschland leben.
GENAU HINSEHEN

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03Was sagen die Fakten?

01

Verschiedene Merkmale

Destatis trennt in seinen Bevölkerungsstatistiken Staatsangehörigkeit, Einwanderungsgeschichte und weitere Merkmale. Keines davon ist automatisch Religionszugehörigkeit. Deshalb lässt sich eine amtliche Zahl ausländischer Einwohner nicht einfach als Zahl muslimischer Einwohner beschriften. Eine scheinbar präzise Prozentangabe bleibt falsch zugeordnet, wenn die zugrunde liegende Gruppe ausgetauscht wurde.

Belege [1]
02

Eine eigene Religionsstudie

Das BAMF ermittelte im Forschungsbericht „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“ Religionszugehörigkeiten durch Befragung und Hochrechnung. Die Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchten Gruppen und den damaligen Bezugszeitraum. Sie sind keine aktuelle Vollzählung für 2026. Schon die eigene Erhebungsmethode zeigt, weshalb eine Staatsangehörigkeitsstatistik diese Frage nicht direkt beantwortet.

Belege [2]
03

Herkunft bestimmt Glauben nicht

Die Studie unterscheidet Personen unterschiedlicher Religionen aus denselben Herkunftsregionen. Menschen aus einem muslimisch geprägten Land können einer anderen oder keiner Religion angehören. Gleichzeitig können Muslime deutsche Staatsangehörige sein. Beide Richtungen müssen berücksichtigt werden; eine pauschale Religionszuordnung anhand eines Passes erzeugt deshalb systematische Fehlzählungen.

Belege [2]

30-SEKUNDEN-WISSEN

Das bleibt hängen.

  • Staatsangehörigkeit und Religionszugehörigkeit sind verschiedene Merkmale und brauchen jeweils passende Daten.
  • Muslime können Deutsche sein; ausländische Staatsangehörige können anderen oder keinen Religionen angehören.
  • Ältere Hochrechnungen müssen mit Bezugsjahr und erfassten Gruppen genannt werden.

04„Ja, aber …“

Wenn das Gespräch hier weitergeht.

„Aber aus bestimmten Ländern kommen hauptsächlich Muslime.“+

Selbst ein hoher Anteil macht nicht jede Person zur Muslimin oder zum Muslim. Außerdem bleiben deutsche Muslime unberücksichtigt. Eine ungeprüfte Gleichsetzung funktioniert deshalb in beide Richtungen nicht.

„Dann kann man überhaupt keine Zahl nennen.“+

Doch, man kann geeignete Erhebungen samt Unsicherheit und Jahr nennen. Präzision bedeutet, die richtige Frage an die richtige Datenquelle zu stellen.

Gespräch trainieren

05Prüf es selbst.

Die Bewertung gilt für diese konkrete Formulierung. Sie ersetzt keine Beurteilung ähnlicher Aussagen oder einzelner Personen.

  1. 01
    Statistisches Bundesamt

    Migration und Integration

    Definitionen Einwanderungsgeschichte/Migrationshintergrund/Staatsangehörigkeit; unterschiedliche Statistiken.

    Veröffentlicht: Ohne ausgewiesenes Datum · Abgerufen: 8.10.2026
  2. 02
    BAMF

    Muslimisches Leben in Deutschland 2020

    Hochrechnung2019: 5,3 bis 5,6 Mio., 6,4 bis 6,7 %; nicht als Messung2026 ausgeben.

    Veröffentlicht: 28.4.2021 · Abgerufen: 8.10.2026
Warum diese Aussage? Verbreitung & Kontext +

Didaktisch zugespitzte, allgemeine Behauptung für die Quellenprüfung. Die Quellen belegen den Sachverhalt; eine bestimmte virale Veröffentlichung oder Reichweite wird hier nicht behauptet.

Die Belege dokumentieren konkrete Beispiele. Sie sind keine repräsentative Messung der heutigen Verbreitung. Die sachliche Bewertung steht mit ihren Belegen oben.

Quellen werden erst beim Anklicken extern geöffnet. Veröffentlichungen können sich ändern. Redaktioneller Prüfstand: 8.10.2026.