„Neu gebaute Atomkraftwerke liefern grundsätzlich den billigsten Strom“
Ein solcher allgemeiner Kostenvorteil ist nicht belegt. Die Fraunhofer-Kostenstudie 2024 ermittelt für neue Kernkraftwerke höhere Stromgestehungskosten als für neue Wind- und Solaranlagen unter ihren Annahmen. Das ist ein Vergleich von Erzeugungskosten, keine vollständige Systemrechnung. Laufende, bereits abgeschriebene Reaktoren müssen von Neubauten unterschieden werden.
01Das kannst du sagen
DEINE WORTE. DEIN STIL.Für neue Atomkraftwerke zeigen die untersuchten Kostendaten keinen grundsätzlichen Preisvorsprung. Fraunhofer berechnet 2024 höhere Erzeugungskosten als bei neuen Wind- und Solaranlagen. Bestehende abgeschriebene Reaktoren und zusätzliche Systemkosten sind andere Vergleichsfragen.
02Wie die Aussage funktioniert
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03Was sagen die Fakten?
Welche Kosten verglichen werden
Fraunhofer ISE veröffentlichte 2024 eine Untersuchung zu Stromgestehungskosten verschiedener Erzeugungstechnologien. Der Begriff verteilt die berücksichtigten Investitions- und Betriebskosten über die erwartete Erzeugung während der Lebensdauer. Baukosten, Finanzierung und Auslastung wirken deshalb auf das Ergebnis. Ein bloßer Brennstoffpreis oder eine einzelne laufende Betriebsausgabe eines alten Kraftwerks ist mit dieser Größe nicht unmittelbar vergleichbar.
Was die Neubauwerte zeigen
Die Studie weist für neue Kernkraftwerke eine breite Spanne von 13,6 bis 49 Cent pro Kilowattstunde aus. Neue Wind- und Photovoltaikanlagen liegen im untersuchten Vergleich darunter. Die große Spannweite unterstreicht die Bedeutung von Projekt- und Finanzierungsannahmen. Diese Werte sind Modell- und Kostenannahmen der Studie 2024, keine verbindlichen Stromangebote für jedes Land und keine Prognose sämtlicher künftiger Reaktortechnologien.
Was nicht gleichgesetzt werden darf
Stromgestehungskosten sind keine vollständigen Kosten eines Versorgungssystems. Netze, zeitliche Verfügbarkeit, Speicher und andere Flexibilitätsoptionen müssen für eine Systementscheidung zusätzlich betrachtet werden. Ebenso ist der Weiterbetrieb eines bestehenden Reaktors eine andere Investitionsfrage als ein Neubau. BR24 dokumentierte 2025 gegensätzliche Kostenbehauptungen auf X und erläuterte diese Unterschiede. Die Korrektur eines pauschalen Atomvorteils rechtfertigt daher keinen ebenso pauschalen Vergleich ohne Systemgrenzen.
30-SEKUNDEN-WISSEN
Das bleibt hängen.
- Kosten alter abgeschriebener Reaktoren sind kein Preisnachweis für neu gebaute Kernkraftwerke.
- Die Fraunhofer-Studie 2024 zeigt bei Neubauten keinen generellen Erzeugungskostenvorteil der Kernkraft.
- Erzeugungskosten, Endkundenpreise und Kosten eines verlässlichen Gesamtsystems sind unterschiedliche Größen.
04„Ja, aber …“
Wenn das Gespräch hier weitergeht.
„Aber Wind und Sonne brauchen zusätzliche Absicherung.“+
Ja, zeitliche Verfügbarkeit und Systemkosten gehören in eine vollständige Versorgungsrechnung. Das macht jedoch die Investitionskosten neuer Reaktoren nicht unsichtbar. Wir sollten für alle Optionen dieselbe Systemgrenze und dieselbe Versorgungsaufgabe verwenden.
„Ein französischer Reaktor produziert doch günstig.“+
Ein bestehender Reaktor kann andere laufende Kosten haben als ein neues Projekt mit Bau- und Finanzierungskosten. Außerdem ist ein Endkundenpreis kein unmittelbarer Maßstab der Erzeugungskosten eines einzelnen Kraftwerks. Der konkrete Vergleich muss sagen, welche Anlage und welche Kosten gemeint sind.
05Prüf es selbst.
Die Bewertung gilt für diese konkrete Formulierung. Sie ersetzt keine Beurteilung ähnlicher Aussagen oder einzelner Personen.
- 01Fraunhofer ISE
Studie: Stromgestehungskosten erneuerbare Energien
Studie Juli 2024, Neubau-Kernkraft 13,6 bis 49ct/kWh; keine Vollsystemkosten
Veröffentlicht: Studie Juli 2024; kein genauer Veröffentlichungstag ausgewiesen · Abgerufen: 8.10.2026 - 02Fraunhofer ISE
Studie: Stromgestehungskosten erneuerbare Energien
Geltungsbereich und Methodenbeschreibung der Studie 2024
Veröffentlicht: Ohne ausgewiesenes Datum · Abgerufen: 8.10.2026 - 03BR24
Atomstrom in Deutschland: teuer oder günstig?
Dokumentiert X-Beiträge und öffentliche Kostenbehauptungen
Veröffentlicht: 12.12.2025 · Abgerufen: 8.10.2026
Warum diese Aussage? Verbreitung & Kontext +
BR24 dokumentierte im Dezember 2025 gegensätzliche X-Beiträge über die Kosten von Atomstrom. Die Karte grenzt die Behauptung auf Neubauten ein und behandelt bestehende Reaktoren ausdrücklich als andere Vergleichsfrage.
- Atomstrom in Deutschland: teuer oder günstig? BR24 · 12.12.2025
Die Belege dokumentieren konkrete Beispiele. Sie sind keine repräsentative Messung der heutigen Verbreitung. Die sachliche Bewertung steht mit ihren Belegen oben.
Quellen werden erst beim Anklicken extern geöffnet. Veröffentlichungen können sich ändern. Redaktioneller Prüfstand: 8.10.2026.