„Antisemitismus gibt es ausschließlich bei Rechtsextremen; außerhalb dieses Milieus muss man darauf nicht achten“
Antisemitismus ist zentral für den Rechtsextremismus, kommt aber auch außerhalb dieses Milieus vor. Empirische Forschung untersucht entsprechende Einstellungen in der breiteren Gesellschaft. Politische Selbstbezeichnungen sind deshalb kein Ersatz für die Prüfung konkreter Aussagen und Handlungen.
01Das kannst du sagen
DEINE WORTE. DEIN STIL.Rechtsextremismus ist eine wichtige Quelle antisemitischer Bedrohung, aber nicht die einzige. Auch außerhalb dieses Milieus können antisemitische Einstellungen und Aussagen vorkommen.
02Wie die Aussage funktioniert
Tippe auf die markierten Formulierungen. Ein sprachliches Muster allein sagt noch nichts über die Absicht einer Person.
Wähle eine markierte Formulierung, um ihre Wirkung zu verstehen.
03Was sagen die Fakten?
Forschung über die gesellschaftliche Mitte
Die Sozialpsychologen Beate Küpper und Andreas Zick erläutern Untersuchungen zu antisemitischen Einstellungen in breiteren Bevölkerungsgruppen. Dabei unterscheiden sie verschiedene Erscheinungsformen und Erhebungsmethoden. Die Befunde widersprechen der Annahme, Judenfeindlichkeit könne ausschließlich innerhalb klar organisierter rechtsextremer Milieus auftreten.
Unterschiede bleiben wichtig
Der aktuelle bpb-Essay beschreibt antisemitische Bedrohungen aus mehreren Zusammenhängen und die Folgen für jüdisches Leben. Diese Vielfalt bedeutet nicht, alle Gruppen, Ideologien oder Gefahren seien identisch. Wer konkrete Verantwortlichkeiten verstehen will, muss Motive, Organisationen und Handlungen differenzieren, statt sie entweder zu verallgemeinern oder pauschal auszuschließen.
Zahlen brauchen einen Maßstab
Küpper und Zick erklären, dass Anteile von der Frageformulierung, der erfassten Erscheinungsform und dem gewählten Zustimmungsschwellenwert abhängen. Deshalb nennt diese Karte keine vermeintlich zeitlose Prozentzahl. Für die begrenzte Aussage reicht der belegte Befund, dass entsprechende Einstellungen nicht auf ein einziges politisches Milieu beschränkt sind.
30-SEKUNDEN-WISSEN
Das bleibt hängen.
- Antisemitismus hat im Rechtsextremismus eine zentrale Bedeutung, tritt aber auch außerhalb auf.
- Politische Selbstbezeichnungen garantieren keine Freiheit von Vorurteilen.
- Mehrere Erscheinungsformen zu untersuchen bedeutet nicht, alle Milieus gleichzusetzen.
04„Ja, aber …“
Wenn das Gespräch hier weitergeht.
„Damit relativierst du die Gefahr von rechts.“+
Die rechte Gefahr bleibt klar zu benennen. Zusätzliche Quellen antisemitischer Bedrohung machen sie nicht kleiner. Man kann mehrere Verantwortlichkeiten gleichzeitig untersuchen, ohne sie zu verrechnen oder eine gegen die andere auszuspielen.
„Dann sind wohl alle Menschen Antisemiten.“+
Nein. Aus dem Vorkommen in verschiedenen Milieus folgt nicht, dass jedes Mitglied dieser Milieus entsprechende Einstellungen hat. Genau deshalb sollte man konkrete Aussagen und Handlungen prüfen und auf pauschale Gruppenzuschreibungen verzichten.
05Prüf es selbst.
Die Bewertung gilt für diese konkrete Formulierung. Sie ersetzt keine Beurteilung ähnlicher Aussagen oder einzelner Personen.
- 01Beate Küpper / Andreas Zick, Bundeszentrale für politische Bildung
Antisemitische Einstellungsmuster in der Mitte der Gesellschaft
Empirische Forschung zu antisemitischen Einstellungen außerhalb organisierter rechter Milieus; Methodenabhängigkeit von Anteilsangaben.
Veröffentlicht: 15.12.2020 · Abgerufen: 8.10.2026 - 02Ruben Gerczikow / Monty Ott, Bundeszentrale für politische Bildung
Nicht nur von Rechtsextremen: Antisemitismus als zunehmende Gefahr für jüdische Communities
Essay über gegenwärtige antisemitische Bedrohungen aus unterschiedlichen Milieus.
Veröffentlicht: 5.2.2026 · Abgerufen: 8.10.2026
Warum diese Aussage? Verbreitung & Kontext +
Die Karte greift die in Forschung und Bildungsarbeit ausdrücklich behandelte Begrenzung auf ein einziges Milieu auf. Der Vereinsfall ist erfunden und enthält keine Zuschreibung an reale Personen.
- Antisemitische Einstellungsmuster in der Mitte der Gesellschaft Beate Küpper / Andreas Zick, Bundeszentrale für politische Bildung · 15.12.2020
- Nicht nur von Rechtsextremen: Antisemitismus als zunehmende Gefahr für jüdische Communities Ruben Gerczikow / Monty Ott, Bundeszentrale für politische Bildung · 5.2.2026
Die Belege dokumentieren konkrete Beispiele. Sie sind keine repräsentative Messung der heutigen Verbreitung. Die sachliche Bewertung steht mit ihren Belegen oben.
Quellen werden erst beim Anklicken extern geöffnet. Veröffentlichungen können sich ändern. Redaktioneller Prüfstand: 8.10.2026.